Im Käfer über die Alpen: Die Freizeit Messe feiert 60. Geburtstag
Die Freizeit Messe läutete erstmals im Frühjahr 1966 die Nürnberger Freiluftsaison ein. Unter dem damaligen Namen „Urlaub 66“ zeigten rund 140 Aussteller die Trends für die Reise- und Freizeit-Saison.

Am 12. März 1966 öffneten die Messehallen am Berliner Platz ihre Tore für die „Urlaub 66“. Die Messe war damals ein besonderes Ereignis, denn erstmals präsentierten verschiedene Firmen Informationen, Angebote und Neuheiten rund um das Thema „Urlaub“. Der Andrang an den Messewochenenden war so groß, dass die Hallen zeitweise gesperrt werden mussten. An den Wochentagen hingegen waren die Gänge nahezu leer, schließlich herrschte Vollbeschäftigung.
Die „Urlaub 66“ traf den Nerv der Zeit: Die Sehnsucht nach Urlaub und danach, das wohlverdiente Geld in die Freizeitgestaltung und in Reisen zu investieren, war bei den Nürnbergern groß. Ein Forum für Reisen, bei dem ein unabhängiger und unverbindlicher Vergleich verschiedener Angebote möglich ist, gab es bis dahin nicht. Die Besucher sammelten daher auf der Messe tütenweise Informationsmaterial, um ihren Urlaub zu planen.
Unabhängig von den konkreten Reiseangeboten war die Freizeit Messe schon damals eine ideale Möglichkeit, um bereits ein wenig „Urlaubsluft“ zu schnuppern. Die Alpenanliegerstaaten mieteten oft eine ganze Halle und füllten diese mit einem aufwendigen Programm mit Folklore und kulinarischen Köstlichkeiten und lösten so bei den Franken ein wenig Fernweh aus.
Heute ist die Veranstaltung unter dem Namen „Freizeit, Touristik & Garten“ weit über Nürnbergs Grenzen hinaus bekannt. Von Beginn an wird die Messe vom Nürnberger Messeveranstalter AFAG organisiert. Die AFAG veranstaltet zahlreiche Fach- und Publikumsmessen und dennoch hatte gerade der ehemalige AFAG-Geschäftsführer Heiko Könicke eine ganz besondere Beziehung zu der heutigen Freizeit Messe: Er selbst hatte in den 1960er Jahre die Idee eine Messe rund um die Themen Freizeit und Urlaub in Nürnberg zu etablieren. Die Idee dafür kam ihm als Werbeassistent bei der Hamburg Messe. Dort lernte er erstmals Touristikmessen kennen und erkannte das Potential für den fränkischen Markt. Seinem Vater Helmuth Könicke, dem damaligen AFAG-Geschäftsführer, gefiel die Idee und so übertrug er 1965 seinem Sohn Heiko die Organisation der ersten Nürnberger Freizeit
Messe, der „Urlaub 66“.
Die Reisebranche boomte damals, wenn auch in anderen Dimensionen als heute. Beliebte „Fern-Ziele“ waren Südtirol, Griechenland, Spanien, Italien und das Schwarze Meer (Rumänien). Der Urlaubsort wurde meistens mit dem Auto angesteuert, oft in vollbesetzten und vollbeladenen Kleinwagen und in mehrtägigen Touren. Heute – 60 Jahre später – hat die Freizeit Messe Ziele auf allen fünf Kontinenten im Programm. Zu den beliebtesten Zielen zählen aber immer noch die Klassiker, wie Italien, Österreich und Spanien.
Ein neuer Themenbereich für die Freizeit Messe kam durch die Planungen für das Fränkische Seenland auf: Naherholung und Wassersport waren neue und beliebte Aspekte der Freizeitgestaltung. Die Freizeit Messe bietet seither ein vielfältiges Angebot an Wassersportmöglichkeiten in der Region und präsentiert dafür einen großen Actionpool in der Messe.
Die AFAG-Geschäftsführer Henning und Thilo Könicke zum 60-jährigen Jubiläum der Freizeit Messe: „Die Freizeit Messe ist heute ein fester Bestandteil im Nürnberger Messekalender. Die Veranstaltung hat verschiedene wirtschaftliche, politische und soziale Phasen durchlebt und traf stets den Geschmack des Publikums. Die Freizeitgestaltung ist damals wie heute ein gefragtes Thema.“